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Leseprobe aus dem ersten Band:
Maritime books in German language:
fates of international sailors
englisch-text ?
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Zugriffszähler seit 3.11.2001 / 4.06.2008
Ein Beitrag aus Band 1 der gelben maritimen Zeitzeugen-Buchreihe von Jürgen Ruszkowski

Dirk Langhans: An Bord geboren - an Bord geblieben
Dirk Langhans entstammt einer Seemannsfamilie. Vater und Vaters Vater fuhren bereits als Bootsmann auf Clippern über die Weltmeere. Während der Inflationszeit der zwanziger Jahre in Deutschland verdiente der Vater auf einem belgischen Clipper bei einer 27monatigen Fahrt soviel Devisen, dass er sich durch Kauf von Strandkörben in Grömitz an der Ostsee eine Existenz an Land aufbauen konnte. Der Vater machte später nach seiner Bootsmannszeit ein kleines nautisches Patent und kaufte sich ein Schiff, namens „Gorch Fock“, mit dem er auf der Ostsee im Sommer vor Grömitz Lampionfahrten für Badegäste durchführte und im Winter mit drei Mann auf Fischfang hinausfuhr. Im 2. Weltkrieg wurde der Vater zur Marine eingezogen und schaffte auf einem Versorgungsschiff von Holland aus Lebensmittel nach Lübeck: „Da fiel dann für uns immer genügend ab!“ So kam es auch, dass Dirk L. am 20.6.1943 als Kind eines Marineangehörigen auf See an Bord eines vor Neustadt in der Ostsee liegenden Lazarettschiffes geboren wurde. Neben dem Fischfang betrieb sein Vater nach dem Krieg zusammen mit dem Boxweltmeister Max Schmeling eine Nerzzucht. Dabei wurden die Fischabfälle verwertet. „Schon mit 6 Jahren fuhr ich mit meinem Vater mit zum Fischen raus und half beim Einholen der Netze.“ Bis zum 9. Lebensjahr ging er in Grömitz zur Schule. Im Jahre 1953 wanderte Dirk zusammen mit der Familie nach Amerika aus. Verwandte der Mutter lebten bereits in den USA. In Chicago besuchte er bis zum 15. Lebensjahr die amerikanische Schule: „Innerhalb von zweieinhalb Monaten konnte ich perfekt englisch sprechen, als Kind lernt man ja schnell. In der Seefahrtszeit konnte ich auf die guten englischen Sprachkenntnisse immer wieder zurückgreifen. Als wir 1959 nach Deutschland heimkehrten, verstand ich kein Wort Deutsch mehr.“ Seine ältere Schwester lebt heute noch in Florida.
„Am 9.9.1960 fing ich als Messejunge auf der „Alstertal“ bei der Reederei Reinicke an. Die erste Fahrt ging nach Westindien. Ich machte zwei Reisen mit und blieb ein halbes Jahr an Bord, musste die Kabinen sauber machen und die Mannschaft bedienen.“ Sein zweites Schiff war die „Reinbek“ von Knöhr & Burchard. „Das Schiff war noch so richtig genietet und sehr seetüchtig. Wir nannten es das „Leichenschiff“, weil es bei Kriegsende mit Flüchtlingen aus dem Osten gesunken und später wieder gehoben worden war. - Ich kam um die ganze Welt und habe jeden bekannten Hafen gesehen.“ Er fuhr bei der Hamburg-Süd auf einem Levante-Schiff namens „Galata“, auf der „Cap Verde“ im Columbus-Dienst Fleisch und Kühlcontainer, auf der „Cap San Lorenzo“ nach Südamerika: „Alle sieben Wochen waren wir wieder in Hamburg“. Eineinhalb Jahre lang fuhr er in den Jahren 1965/66 auf dem Passagierschiff „Seven Seas“ der Reederei van Ommeren. Von Bremerhaven aus ging es nach Portugal, dann mit Auswanderern nach Australien. Danach wurde das Schiff in Neuseeland gechartert, um darauf Krankenschwestern auszubilden. „Es waren 550 angehende Schwestern an Bord. Wir fuhren auf 3-Wochen-Reisen in der Südsee bis Suma, Samoa und Tahiti. Bei so vielen Frauen an Bord war das Leben für uns anstrengend! In Tahiti mietete ich mir einen Motorroller und fuhr einmal um die schöne Insel mit den hohen Bergen. Im Winter wurde das Schiff von mehreren US-Universitäten für eine Weltreise gechartert.“
Was er sonst noch alles bei der Seefahrt erlebt habe? „Einmal bin ich in Neuseeland achtern rausgesegelt. Ich war damals 2. Steward und hatte beim Landgang verschlafen und mein Schiff verpasst. Vom deutschen Konsulat aus telegraphierte ich an mein Schiff: „Bleibe in Neuseeland, bis Ihr wieder zurück seid“ Ich blieb dreieinhalb Monate bei Bekannten. Es gab, als ich wieder an Bord zurückkam, etwas Ärger, aber bald hat man seitens der Schiffsleitung über den Vorfall hinweggesehen. Für mich war das trotz des anfänglichen Schrecks eine angenehme Unterbrechung. In Australien und Neuseeland bin ich am liebsten an Land gegangen, alleine schon wegen der fehlenden Sprachprobleme. In Australien war ich einmal Zeuge einer Kängurujagd. Wegen der Überpopulation gab es damals für die erlegten Tiere Abschussprämien. Man fuhr mit einem Geländewagen raus, blendete die Kängurus mit den Scheinwerfern und ballerte sie ab. Auf einer Fahrt von Neu Seeland zum Panamakanal hatten wir genügend Zeit, und so unternahm unser Kapitän einen Umweg und fuhr mit uns einmal um das berühmte Pitcairn Island, auf dem heute noch Nachfahren der Bounty-Meuterer, die Fletcher Christian leben. Diese Insel liegt abseits aller Schifffahrtsrouten. Mehrmals bin ich zwischen den Galapagosinseln hindurchgefahren und habe im Wasser Schildkröten und auch Delphine gesehen. Ich habe an manch interessanten Ausflügen und Besichtigungen teilgenommen: In Japan haben wir die alte Kaiserstadt Kioto besucht und eine Porzellanmanufaktur angeschaut. Die Stadt Bombay mit ihren Sehenswürdigkeiten war zwar interessant, aber ich habe dabei leider auch die Armut der indischen Menschen kennen gelernt. In Kapstadt haben wir bei einem Ausflug auch wildlebende afrikanische Tiere gesehen.“ Einmal fuhr er mit seinem Schiff 250 Meilen den Amazonas hinauf. Man sollte dort Erze laden. „Auf dem Fluss sahen wir Eingeborene paddelnd in ihren Kanus.“ Gerne besuchte er auch die überseeischen Stationen der Deutschen Seemannsmission, so in Douala in Kamerun, in Santos / Brasilien, in New Orleans: „Man holte uns von Bord ab und kümmerte sich bei Hafenaufenthalten recht nett um uns.“
Ob er leidenschaftlicher Seemann sei? „Früher war ich das! Die sechziger Jahre waren die schönsten in der Seefahrt“, meint Dirk. „Damals kamen viele Reeder noch selber aus der Seefahrt. Als dann Anfang der siebziger Jahre die Kaufleute an die Spitze der Reedereien traten und der Container seinen Siegeszug begann, waren nur noch Kommerz und Rentabilität gefragt. Wir verdienten in jenen Jahren schlecht, konnten uns aber die Schiffe und Fahrtgebiete aussuchen. Als wir Seeleute dann unseren Anteil am Verdienst der Schiffe abhaben wollten und die Heuern stiegen, ging es mit der deutschen Seefahrt bergab. Die Hafenliegezeiten sind inzwischen so kurz, dass man nichts mehr von der Welt sieht. Heute bedeutet Seefahrt für mich: harte Arbeit, Hektik, Geld verdienen, ab und zu eine nette Freundin. Ich werfe aber nicht wie manche andere den käuflichen Frauen das sauer verdiente Geld nach.“
Seit 1980 fährt er nicht mehr auf deutschen Schiffen. Für ihn als deutschem Steward gibt es da keine Chancen mehr. „Über eine schwedische Freundin kam ich an eine schwedische Fährreederei und fahre dort seit Jahren zwischen Göteborg und Kopenhagen, zwischen Hoek van Holland und Harwich, zwischen Aalborg und Southampton. Es ist wie bei der Eisenbahn: immer hin und zurück. Als Kabinensteward verdiene ich zweieinhalbtausend Mark netto im Monat. Damit komme ich auf See klar. Bis ich 55 werde, muss ich ja noch weitermachen. Dann werde ich meine Seemannsrente erhalten.
Dirk long-Hans originates a sailor-family. Father and father's father already drove as boatswain on Clippern over the oceans. During the period of inflation of the twenties in Germany, the father earned foreign exchanges on a Belgian Clipper with a 27-month-y trip so much that he could build himself through purchase of wicker beach chairs in Grömitz at the Baltic sea an existence at country. The father did a small nautical patent after his boatswain-time later and bought itself a ship, by the name of "Gorch Fock", with which he enforced on the Baltic sea in the summer before Grömitz Lampionfahrten for swimmers, and in the winter with three husbands on haul drove out. In the 2. world war was pulled in the father to the navy and managed on a care-ship from Holland from food to Lübeck: Fell for us " there always sufficiently then! so also came it that on board Dirk L. at the 20.6.1943 as child of a navy-member on sea a before new part of town in the Baltic sea of lying military hospital-ship was born. Beside the haul, his father drove a mink-breeding after the war together with the Boxweltmeister Max Schmeling. The fish-garbages were utilized with it. "Already with 6 years I went too with my father to the fish out and helped with catching up with the networks". Up to the 9. year of life went he/it in Grömitz to the school. In the year 1953, Dirk emigrated together with the family to America. Relative the mother already lived in the USA. In Chicago, he visited up to the 15. Year of life the American school: "Within two-and a half months, I could speak perfectly English, one learns quickly as child. In the navigation-time, I could fall back on the good English language-knowledge again and again. As we returned home 1959 to Germany, I understood no word German more". Being older sister lives in Florida still today. "At the 9.9.1960, I started Reinicke as fair-cubs on the "Alstertal" with the shipping company. The first trip went to west-India. I participated in two trips and remained a half year on board, had to make the cubicles clean and had to serve " the team. Being second ship was the "Reinbek" of Knöhr & Burchard. " The ship was still riveted so right and very seaworthy. We named it the "corpse-ship" because it had been sunk with end of war with refugees from the east and had been lifted again later. - I came around the whole world and has seen " each known harbor. he/it drove with the Hamburg-south on a Levant-ship by the name of "Galata", on which "Cap Verde" in the Columbus-Dienst meat and cool-containers, on which "Cap San Lorenzo" to South America: "All seven weeks, we were in Hamburg" again. One and a half year long drove he in the years 1965/66 on the liner "Seven Seas" of the shipping company van Ommeren. From Bremerhaven from, it went according to Portugal, then with emigrants after Australia. The ship was chartered after it in New Zealand in order to train nurses on it. "It was 550 budding sisters on board. We drove on 3-Wochen-Reisen in the South sea until Suma, Samoa and Tahiti. On board with so many women, the life was exhausting for us! In Tahiti, I rented myself a scooter and drove around the beautiful island with the high mountains once. In the winter, the ship of several US-Universitätens was chartered " for a world-trip. What he has still experienced everything with the navigation? "Once, I have out-sailed in New Zealand aft. I was 2 at that time. steward and my ship had overslept at the country-walk and had missed. From the German consulate from, I cabled at my ship: "Remain in New Zealand, until your again back is " I remained three-and a half months with friends. There was as I came back on board again, some anger, but soon one has overlooked the incident on the part of the ship-management. That was an agreeable interruption for me despite the initial Schrecks. I have liked most of all to go in Australia and New Zealand at country, alone already because of the lacking language-problems. In Australia, I was witness of a kangaroo-hunt once. Because of the Überpopulation, there were shooting down-prizes for the killed animals at that time. They drove with a terrain-car out, blinded the Kängurus with the headlights and shot them from. On a trip of new Zealand to the Panama-canal had time we sufficiently, and so our captain undertook a detour and drove with us around the famous Pitcairn Iceland once, on which still today following of the Bounty-Meuterer, that Fletcher Christian lives. This island lies away from all ship-trip-routes. Several times I have through-driven between the Galapagosinseln and have seen turtles and also dolphins in the water. I have at some interesting tour and sightseeings participated: In Japan, we have visited the old emperor-city Kioto and have looked at a porcelain-manufacture. The city Bombay with her/its/their sights was admittedly interesting, but I have met unfortunately also the poverty of the Indian people with it. In Cape town, we have seen "also wild African animals with a trip. once drove up he with his ship 250 miles the Amazon. They should load ores there." On the river, we saw natives in her canoes " paddling. Gladly visited also the overseas stations of the German sailor-mission, so in Douala in Cameroon, in Santos / Brazil, in New Orleans, he: "They picked us up from shelf and took care quite nicely with harbor-stays of us". Whether he is ardent sailor? "Earlier, I was that! The sixties, the most beautiful were in the navigation", Dirk thinks. "At that time, many shipowners still came itself from the navigation. As the merchants stepped beginning of the seventies at the top of the shipping companies then and the container began his triumphal march, business interest and profitability were only asked. We earned badly in those years, the ships and trip-areas could pick out us however. As we wanted to have sailors our share in the merit of the ships then and climbed the pays, it went with the German navigation downhill. The harbor-day-bed-times are so short meanwhile that one sees nothing more of the world. Navigation means today for me: hard work, Hektik, money earn, now and then a nice friend. I don't throw others to the venal women like some the sourly deserved money however after". Since 1980, he drives on German ships no longer. There are no chances for him as German steward more there. "Over a Swedish friend, I came to a Swedish Fährreederei and drive there between Göteborg and Copenhagen, between Hoek van Holland and Harwich, between Aalborg and Southampton, for years. It is like with the railroad: always there and back. As cubicle-steward, I earn two-and a half-thousand marks in the month net. I come plainly on sea. Until I become 55, I must still continue. Then, I will get my sailor-pension.
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